FeedKarl III.
GeschichteBrockhaus 1882

Karl III., der Einfältige, König von Frankreich, war der Enkel Karls II. des Kahlen und der jüngste erst nach dem Tode des Vaters 879 geborene Sohn Ludwigs des Stammlers, von dessen ältern Söhnen Ludwig III. schon 882, Karlmann 884 starben. Nachdem zunächst 885 Kaiser Karl III. der Dicke, und als dieser sich nicht gegen die Normannen bewährte, 888 der tapfere Verteidiger von Paris Odo von Francien zum Könige gewählt worden war, wurde 893 durch den Erzbischof Fulco von Rheims K. aus der Verborgenheit hervorgezogen und gekrönt. Zwar blieb Odo im Kampfe der beiden Parteien Sieger, trat aber 896 freiwillig einen Teil des Landes K. ab, der dann nach Odos Tode (1. Jan. 898) allgemein als König anerkannt wurde. K.s bedeutendste That ist, daß er in der Erkenntnis seiner Ohnmacht, die Normannen abzuwehren, diese vielmehr in seinen Dienst zog. Er verlieh 912 dem Seekönige Rolf oder Rollo, der sich taufen ließ (als Robert) und K.s Tochter Gisela heiratete, das Küstenland westlich der Seine bis in die Bretagne, und gewann so an ihm einen bei der Abwehr weiterer Schwärme selbst interessirten Vasallen. Um dieselbe Zeit rissen sich die Lothringer von Deutschland, als dort mit Ludwig dem Kinde das karolingische Haus ausgestorben war, los und traten unter K.s Hoheit, bis Heinrich I. sie 925 an Deutschland zurückbrachte. Damals war K. in großer Bedrängnis. Denn ein Teil der Großen hatte 922 Odos Bruder Robert zum Gegenkönig aufgestellt, und als derselbe 15. Juni 923 in der Schlacht bei Soissons gefallen war, dessen Schwiegersohn, den mißt, sind unter C aufzusuchen. Herzog Rudolf von Burgund. K. selbst geriet schon 923 in die Gefangenschaft des Grafen von Vermandois; 927 befreit, verlor er schon 928 wieder die Freiheit und starb 7. Okt. 929. Vgl. von Kalckstein, Der gamn unter den ersten Capetingern. Bd. J. Der Kampf der Robertiner und Karolinger. 888—9975 (Lpz. 1877).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 112Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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