Karl II., König von Großbritannien und Irland, 1660 —85, der Sohn des vorigen, geb. 29. Mai 1630, ging noch während des Bürgerkriegs mit seiner Mutter nach Frankreich. Bei der Hinrichtung des Vaters befand er sich im Haag. Er nahm sogleich den Königstitel an und faßte den Entschluß, mit seinen Ansprüchen in Irland aufzutreten, als ihm 1650 die Schotten ihre Krone anboten. Erst nach der verunglückten Expedition Montroses (s. d.) landete er 23. Juni in Schottland und wurde zu Anfang 1651 zu Scone feierlich gekrönt. Nach der Niederlage der Schotten bei Dunbar stellte er sich an die Spitze des Heers und drang in der Hoffnung, die zahlreichen Royalisten zum Aufstande zu bringen, in England ein, wurde aber 3. Sept. 1651 bei Worcester von Cromwell (s. d.) völlig geschlagen. Unter großen Gefahren gelang es ihm, nach Frankreich zu entkommen. Der Friedensschluß Englands mit Frankreich trieb ihn auf einige nißt, sind unter C aufzusuchen. Zeit nach Köln; später ging er zu seinem Neffen,d dem Prinzen von Oranien, nach den Niederlanden. Nachdem das Parlament die Herstellung der Stuarts beschlossen, landete er 26. Mai 1660 zu Dover und hielt am 29. unter dem Jubel des l Volks zu London seinen Einzug. Aber beschränkt durch die jetzt mit dem Parlamentarismus verbrü⸗( derte anglikan. Kirche, die alsbald mit harter Verfolgung der Presbyterianer und aller dissentierenden Elemente, besonders auch der Katholiken begann, durch die Entlassung der Armee und den wachsenden Widerstand des Parlaments, strebte K. danach, die Krone unabhängig von den Parteien zu machen. Ein Krieg gegen Holland, den die Handelseifersucht beider Nationen 1665 unvermeidlich machte, endete mit dem für England schimpflichen Frieden von Breda (21. Juli 1667) und führte den turz des Lordkanzlers Clarendon (s. d.) herbei, ohne doch den König, der die kirchlich-polit. Gegner durch die Tripleallianz für seine Toleranzwünsche gegen die unterdrückten Kirchenparteien gewinnen wollte, selbständiger und beliebter zu machen. So schloß er sich denn der Politik Ludwigs XIV. an, dem er schon im Flaggenstreite nachgegeben und 1662 Dünkirchen verkauft hatte, nahm dessen katholisie⸗⸗ rende Tendenzen rückhaltslos auf und machte sich zum Pensionär der franz. Krone. An Stelle Clarendons trat das unter dem Namen Cabal (s. d.) bekannte Ministerium, das diesen Zwecken diente. Bald gelang es dem franz. Hofe, K. zu einem Bündnis gegen die Vereinigten Niederlande zu bewegen. Er begann die Feindseligkeiten im März 1672, mußte aber auf Andringen des Parlaments und der Protestanten schon im Febr. 1674 Frieden schließen. Bereits während des Kriegs waren die Bestrebungen des Ministeriums offen hervorgetreten. Der König hatte unter anderm eigenmächtig die Indulgenzerklärung erlassen, welche die Strafgesetze auch gegen die Katholiken suspendierte. Hiergegen erhob sich das Parlament und zwang den geldbedürftigen König zur Bewilligung der Testakte (s. d.) und einer Umgestaltung des Ministerrats. Hierauf versuchte K., auf das anglikan. Ministerium Danby gestützt, eine mittlere Richtung einzuhalten; nach außen trat er mit Wilhelm von Oranien in Verbindung, der Jakobs Tochter Marie heiratete, seine Freundschaft zu Ludwig XIV. lockerte sich und K. schien in die Allianz gegen Frankreich eintreten zu wollen. Aber die Gegenpartei, welche jetzt vom franz. Hofe unterstützt wurde, durchkreuzte, zumal seitdem der Krieg in dem Frieden von Nimwegen 1678 beendigt war, alle Absichten der Versöhnung. Von den Feinden K.s erfunden oder doch geschürt, setzte plötzlich das Gerücht einer kath. Verschwörung das Volk in Wut und Schrecken. Der Sekretär des Herzogs von Hork, Coleman, der Lord Stafford und mehrere Jesuiten mußten das Schafott besteigen. Ein neues Parlament, das der König im März 1679 berief, beantragte sogar die Thronausschließung des öffentlich zum Katholizismus übergetretenen Herzogs von Hork und brachte die Habeas-Corpus-Akte (. d.)F zu Stande. Das Parlament von 1680, das die Ausschließungsbill wieder aufnahm, mußte auseinandergehen, und gleiches Schicksal erfuhr eine Versammlung, die der Hof 1681 nach Orford berief. Seit 1682 befand sich jedoch die Oppositionspartei, welche sich mehr und mehr als die der Whigsv konstituierte, im entschiedenen Niedergang. Vergebens versuchte Shaftesbury eine Erhebung für den natürlichen Sohn des Königs, Monmouth (s. d.), hervorzurufen: der Prinz ward verhaftet, er selbst mußte fliehen. Noch übler verlief das Rye-house-ploto (s. d.), das den Lords Russell und Essex, sowie dem großen Pamphletisten Algernoon Sidney den Tod brachte. Der König hatte endlich Ruhe vor seinen Gegnern, als er von einem Schlagfluß tödlich getroffen wurde, 6. Febr. 1685. Ihm folgte sein Bruder als Jakob II. (s. d.). Vgl. Maepherson, «History of Great Britain from the restoration of Charles II. etc.o (Lond. 1875); Ranke, «Engl. Geschichte v (Bd. 4 u. 5).