Karli, großartiger, in den Stein gehauener altind. (buddhistischer) Tempel⸗ und Klosterbau, liegt in dem Kollektorat Punai der südl. Division der brit.⸗ind. Präsidentschaft Bombay, an der Hauptstraße von letztgenannter Stadt nach Punai, etwa 18 26“ nördl. Br. und 73˙ 46 östl. L. von Greenwich. An einer Felsenwand, die sich fast senkrecht bis zu 260 m über den Boden erhebt, sind bis zu zwei Dritteilen dieser Höhe wunderbare, dem Buddhismus gewidmete, schon seit undenklichen Zeiten aber sich selbst überlassene Höhlentempel eingehauen. Dieselben bestehen in einer geräumigen und hohen Haupthalle, neben welcher eine Anzahl kleinerer Höhlen sich befindet, welche augenscheinlich für Wohnungen von Eremiten oder Mönchen bestimmt waren. Zu dem Haupttempel führt ein schmaler, gewundener Pfad zwischen Gesträuch und Steintrümmern hinan. Man tritt in ihn durch einen schönen Bogen, vor welchem sich ein Pfeiler befindet, auf welchem drei mit den Rücken sich aneinander lehnende Löwen angebracht sind. In dem Portikus sieht man zwei kolossale Elefantenstatuen mit Menschen auf ihren Rücken, und neben dem Eingange nackte Menschenfiguren von mehr als natürlicher Größe in Hochrelief. Alle diese Skulpturarbeiten, sowie noch viele andere sich daselbst befindliche zeigen ebenso viel richtige Zeichnung als technische Vollendung. 12