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GeschichteBrockhaus 1882

Karlmann, der älteste Sohn Karl Martells (s d.), welchem der Vater Anstrasien, Alamannien und Thüringen zugeteilt hatte, verteidigte im Einvernehmen mit seinem Bruder Pipin dem Kleinen seit 741 die Reichseinheit gegen die Ansprüche des Halbbruders Grifo und gegen die Stammesherzöge. obwohl er sich gendligt sah, 56 Rechtfertigung seiner Herrschaft noch einmal einen schattenhaften Merovinger, Childerich III., als König an die Spitze zu stellen. Nachdem K. durch ein fürchterliches Blutbad bei Cannstatt die Widerstandskraft der Alamannen gebrochen hatte, erfolgte bei ihm ein Umschlag zur Beschaulichkeit: er wurde Mönch, gründete das Kloster auf dem Berge Soracte bei Rom und zog sich 750 nach Monte-Casino zurück. K. behielt jedoch auch dann die weltlichen Dinge im Auge. Aber im Gegensatz zu Pipin, welcher mit dem Papst sich verbündete, scheint er den Ans chluß an die Longobarden empfohlen zu haben, und wurde wohl deshalb, als er nach Pipins Thronbesteigung 754 ins Frankenreich zurückkehrte, in Vienne verhaftet, wo er 17. Aug. 754 starb. Die Erbermutint. Sohnes Drogo wurden nicht weiter berücksichtigt.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 135Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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