Kasimir IV., der zweite Sohn Jagellos, geb. 1427, übernahm noch bei Lebzeiten seines Bruders, Wladyslaws III., die Regierung über das Herzogtum Litauen. Zum Mißvergnügen der Polen blieb er seinem Stammlande auch nach der Thronbesteigung 1447 mit besonderer Vorliebe zugethan und suchte es vor gänzlicher Einverleibung in Polen zu schützen. Als die preuß. Städte gegen den Deutschen Orden sich auflehnten und 1453 unter den Schutz K.s begaben, geriet er in einen fast 13jährigen Krieg mit dem Deutschen Orden, der 1466 durch den Thorner Vertrag ganz Westpreußen an K. abtreten mußte. Im J. 1468 berief K. zur Beratung über die Staatseinkünfte den ersten Reichstag der Adeligen nach Piotrkowo. Er starb zu Grodno 1492.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 167Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei