WladislawIV., Sohn Sigismunds III. (s. d.), regierte 1632—48. Noch als Kronprinz erwählten ihn die Russen zum Zaren; doch durch die Unentschlossenheit seines Vaters wurde er dieser Krone verlustig. Ein geistreicher, staatskluger Fürst, bemühte er sich, die Mängel der poln. Verfassung zu heben, ohne durchdringen zu können. Vergeblich suchte er den Bedrückungen der Dissidenten Einhalt zu thun; vergeblich veränstaltete er 1645 das Religionsgespräch zu Thorn; vergeblich nahm er sich der aller Rechte beraubten Kosaken an. Der Adel widerstrebte in allem. Zwar gelang es ihm, mit den Russen und Schweden vorteilhafte Verträge abzuschließen, und die Tataren wurden durch Koniecpolsti von Kamieniec zurückgetrieben. Allein der Staat schwebte infolge des Kosakenaufstandes unter Chmielnicki, der an den Gelben Gewässern und bei Korsun die poln. Heere aufgerieben hatte, in großer Gefahr, als W. 20. Mai 1648 in Merecz starb und sein Bruder Johann II. Kasimir den Thron bestieg.