FeedKassr-el-Kebir
ErdkundeBrockhaus 1882

Kassr-el-Kebir, span. Alcazar-Quivir, d. h. großes Schloß, jetzt gewöhnlich Lxor-⸗el-KKebir genannt, Stadt im marolkk. Königreich Fez, 120 km im S. von Tanger an der Straße von Gibraltar und 60 km im NNW. von Fez, am östl. Rande der AulRz 1 km nördlich von Lukkos oder Wadi-Aul-Kös oder L'Ued-Kuß, dessen Mündung 37 km im NW. den Hafen von Arisch (s. d.) bildet, in der Regenzeit und bei Überschwemmungen durch den Lukkos bodenlos schmutzig und dann auch ein Fiebernest. Die nach odeut vielen Moscheen früher wahrscheinlich viel bedeutendere Stadt hat enge Straßen, alte Häuser und zählte nach Rohlfs 1864 etwa 25000 E., darunter an 120 Judenfamilien. Sie ist unter dem Kalifen Almansor erbaut, der hier einen Kasr oder Palast hatte, wurde aber vom Sultan Mulei Ismael (1672—1727) fast gänzlich zerstört und hat sich seitdem nie wieder recht erholt. Historisch berühmt ist K. durch die Niederlage und das Verschwinden des Königs Sebastian (s. d.) von Portugal 4. Aug. 1578.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 172Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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