FeedArisch
ErdkundeBrockhaus 1882

Arisch, El-Arisch, ägypt. Stadt und Nüte festung gegen Palästina, auf einem Felsen am Mitte meere am Wadi el-A., das schon im Alten anpes mtente als Bach Agyptenso und Grenze des Landes bezeichnet wird, und an dent in dieser Gegend die Grenzstadt Rhinocolura lag. A. bildet mit seinen (1877) 2506 E. einen eigenen Verwaltungsbezirk unter dem Festungsgouverneur. Im Zeitalter der Kreuzzüge wird der Ort Laris genannt. Hier fand 22. März 1118 König Balduin I. von Jerusalem seinen Tod. Auf der iri von A. erfochten die Venetianer 1123 einen eesieg. Am 20. Febr. 1799 wurde die Festung von den Franzosen unter Kleber eingenommen, 29. Dez. aber von den Briten und Türken zurückerobert. Am 24. Jan. 1800 schloß hier Kleber mit dem türk. Großvezier die Konvention von A., welche den Franzosen freie Rückkehr nach Europa gewährte, aber von der engl. Regierung nicht bestätigt wurde. risch oder El-Araisch, d. h. Weinberg, bei den Europäern Lara sch genannt, befestigte Stadt an der atlantischen Küste von Marokko, 70 km südlich von Tanger, Hauptort der Provinz Azgar, liegt sehr malerisch auf zwei Hügeln am südl. Ufer des Luccos oder El-Kos. Der Platz hat schlecht erhaltene Ringmauern, einestattliche, von Säulenarkaden gestützte Börse oder Kaufhalle der Getreidehändler, die aus der Zeit der Portugiesen stammt, einen Bazar, eine schöne Moschee, ein halbverfallenes Schloß des Gouverneurs, manche andere Ruinen und zählt etwa 5000 maurische E. Die Ausfuhrprodukte sind besonders Getreide, auch Wolle, Häute, Bohnen und Kork. In den Hafen liefen 1879 ein 69 Schiffe von 13588 Tons. Die Umgegend ist gut angebaut, reich an Oliven —H14— und Granaten, aber sumpfig und ungesund. A. ist das alte Lirus am gleichröm Da lusse, hat aber nur an der Küste einige röm. Baureste. Der Stadt schräg gegenüber, etwas oberhalb auf dem rechten Ufer des Luccos, liegen die Ruinen der phöniz. Kolonie Lex oder Lix, welche arabisch Tschemmts oder Teschmes heißen. Die zum Teil erhaltene Ringmauer des Ortes besteht aus mächtigen Quadersteinen, ist stellenweise 3m dick und stammt größtenteils aus der punischen, andernteils aus der röm. Zeit. In dem von wildem Gestrüpp überwachsenen Ruinenfelde erkennt man noch die Reste eines Turms und anderer röm. Gebäude, und neuerdings hat H. von Maltzan einen Grabstein mit phöniz. Inschrift daselbst ausgegraben. An die Mündung des Flusses verlegte Plinius die Insel und die Gärten der Hesperiden (s. d.).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 890Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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