Katalytische Kraft nennt Berzelius die hypothetische Kraft, welche das Zustandekommen gewisser chem. Vorgänge, die nicht durch die gewöhnlichen Affinitäten der Materie erklärt werden können, ermöglichen soll. Zu diesen Vorgängen Hieihe vor allem die Fermentwirkungen und eine Reihe von andern. Mitscherlich ersetzt das Wort katalytische Kraft durch den Ausdruck Kontaktwirkung, ohne damit zur Aufklärung der Sache beizutragen. Die neuern Chemiker begnügen sich mit dem Eingeständnis, daß es in der Natur noch viele, unserer Erkenntnis bis jetzt verschlossene Vorgänge gibt, deren Entschleierung der Zukunft vorbehalten bleibt, ohne dabei auf eine besondere geheimnißvolle Kraft zurückzugreifen.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 178Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei