Kaub, Stadt im Rheingaukreise des Regierungsbezirks Wiesbaden der preuß. Provinz Hessen-Nassau, am rechten Rheinufer und an der Linie Frankfurt a. M.⸗Niederlahnstein der Preußischen Staatsbahnen, am Fuße eines steilen, mit den Ruinen der 1805 zerstörten Burg Gutenfels gekrönten Bergs, war früher stark befestigt und zählt (1880) 2054 meist prot. C., die Weinbau und Schiffahrt, namentlich aber bedeutenden Handel mit trefflichem Dachschiefer treiben, für dessen Ausbeutung K. der Hauptsitz im Rheinlande ist. Geenüber ragt mitten aus der Flut auf einem Schiesersels die alte Pfalz oder der Pfalzgrafenstein, ein seltsam gebautes Schloß mit ahlreichen Thürmchen und Schießscharten, 1326 als Wachtturm zur Beschützung des Rheinzolls errichtet, nach der Volkssage Stammsitz der Pfalzgrafen und Entbindungsort aller frühern Pfalzgräfinnen. Bei K. ging die schles. Armee unter Blücher in der Neujahrsnacht 1813—14 über den Rhein. Am 10. März 1876 und 9. Febr. 1879 verschütteten Bergrutsche einige Häuser der Stadt.