Kaysersberg, Kantonshauptort des Kreises elsaß, 11 km nordwestlich von Colmar, am Ausgange des Weißthals, an der Weiß und an der Straße von Colmar über den Col de Bonhomme in das franz. Vogesendepartement. K. zählt (1880) 2589 fast n, näe kath. E., ist Sitz eines Amtsgerichts und einer Oberförsterei. — Die Stadt K. (und das Schloß gleichen Namens) wurden Ansang des 13. Jahrh. durch den elsäss. Präfekten Wölfelin auf Befehl Kaiser Friedrichs II. erbaut und von letzterm zur kaiserl. Stadt erklärt. In ihr residierte ein Reichsvogt. Karl IV. entband die Bürger K.s von jeder fremden Gerichtsbarkeit und veranstaltete zur Wahrung des Landfriedens 1354 eine Zusammenkunft von Abgeordneten der Freien Städte im Elsaß. Im J. 1525 wurde K. von den aufständischen Bauern eingenommen, das Schloß im Dreißigjährigen Kriege zerstört. K. ist die Vaterstadt des Matthias Zell (geb. 1477, gest. 1548),. des beliebten straßburger Predigers und Reformators. Der berühmte Kanzelredner Geiler von Kaysersberg hat von K., in welcher Stadt er erzogen wurde, seinen Namen.