Kegelschnitte heißen krumme Linien, welche entstehen, wenn ein gemeiner Kegel durch Ebenen geschnitten wird. Wenn die schneidende Ebene mit keiner Kante oder mit einer oder mit zwei Kanten des Kegels parallel ist, so ist der K. eine geschlossene Figur (s. Ellipse), oder nach einer Richtung offen (s. Parabel), oder auf den beiden Feldern der ½%½ nach zwei Richtungen offen (s. Hyperbel). Die K. wurden zuerst von Menächmus (Platonische Schule) unterschieden, ihre Eigenschaften besonders von Apollonius von Perga in seinem noch vorhandenen Werke über dieselben entwickelt. Ihre wichtigste Anwendung haben die K. in der Kopernikanischen Astronomie durch Kepler erhalten.
Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 212Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei