Welt (althochdeutsch weralt, mittelhochdeutsch werld) bezeichnet zunächst einen Inbegriff zusammengehöriger Dinge (mundus); so spricht man von der moralischen, von der gelehrten oder wissenschaftlichen, der religiösen Welt u. s. w.; so bezeichnet man im allgemeinen Sprachgebrauch auch die Erde und das sie bewohnende Menschengeschlecht als W., wenn man von Weltteilen, Weltkunde, Weltgeschichte, Welteroberern u. s. w. spricht. Im weitern Sinne nennt man W. die Totalität alles Existierenden (universum), und zwar zunächst der körperlichen Dinge. So begreift die Astronomie unter W. das Weltgebäude oder Weltall und unterscheidet in demselben die einzelnen Weltkörper (universum et innumerabiles in eo mundi). Sofern das Universum als ein nach ewigen Gesetzen geordnetes System bedacht wird, nennt man es Kosmos (s. d., grch. 169ns Ordnung). Daher hieß der Teil der Metaphysik (s. d.), welcher sich mit der Lehre von der W. beschäftigte, Kosmologie. Endlich pflegt das religiöse Denken unter W. den Inbegriff alles Endlichen und Kreatürlichen im Gegensatze zur unendlichen schöpferischen Gottheit zu verstehen: danach ist das Weltliche der Gegensatz zum Göttlichen und Heiligen und erhält als Bezeichnung einer auf das Irdische und Vergängliche gerichteten, der Religion sich entfremdenden Gesin⸗ * gelegentlich auch einen tadelnden Sinn. man sich, von der Erde aus gesehen, zwischen den beiden scheinbar stillstehenden Himmelspolen, dem Nord-⸗ und Südpol, durch das ganze Weltgebäude gezogen denkt, und um welche dieses sich zu bewegen scheint. Sie heißt auch Himmelsachse und ist identisch mit der nach beiden Seiten verlängert gedachten Erdachse.