Kehren (Jos.), Historienmaler, geb. 30. Mai 1817 in Hülchrath bei Düsseldorf, wo er an der Akademie unter Schadows Führung seine Studien begann. Unter H. Stilke fand der junge Künstler Gelegenheit, sich 1846 an der Ausführung der Freskomalereien im Schlosse Stolzenfels am Rhein zu beteiligen, worauf weitere Arbeiten in dieser Technik für die neue Apollinariskirche bei Remagen Ran Auf Einladung Alfred Rethels nahm dann R. an der Fresko-Ausführung von dessen Entwürfen für den aachener Kaisersaal unter Rethels Leitung teil und vollendete nach dessen Rücktritt das große Werk, von dessen reichem Bilderschmucke die Taufe Wittekinds, Karls d. Gr. Krönung und der aachener Dombau durch ihn gänzlich ausgeführt wurden. Auch besorgte K. mit Hilfe seines Schülers Bauer die Herstellung der Holzschnitte nach Rethels Kompositionen, deren Herausgabe durch den Rheinisch-Westfälischen Kunstverein veranlaßt worden war. Hierauf entstand 1863, ebenfalls nach Rethels Zeichnung, die Justitia für den Schwurgerichtssaal in Marienwerder; 1874 schmückte K. die Aula des Seminars zu Mörs mit Wandbildern, einem umfassenden welthistor. Cyklus, aus. Von Staffeleibildern sind zu erwähnen: Christus am Kreuze, gestochen von Barthelmeß; das Altarblatt: der gute Hirt, gestochen von A. Glaser; die Schlacht bei Zülpich, für das Rheinalbum des Deutschen Kaisers; der Karton: Saulus bei der Taufe des gesteinigten Stephanus (1873). Seit 1862 wohnte K. in Düsseldorf, wo er 21. Mai 1880 starb.