FeedMüller (Andreas Joh. Jal.)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Müller (Andreas Joh. Jal.), Historienmaler, geb. zu Kassel 19. Febr. 1811, Sohn und Schüler des darmstädter Galeriedirektors Franz Hubert M., studierte 1832 in München unter J. Schnorr und Cornelius, lebte dann in Düsseldorf und vollendete seine Studien bei Schadow und Karl Sohn. Nach einer mehrjährigen ital. Reise führte er in der Apollinariskirche zu Remagen am Rhein mehrere Fresken aus dem Leben des heil. Apollinaris aus und kehrte dann nach Düsseldorf zurück. Neben zahlreichen Altar- und Kirchenbildern fällt in diese Zeit als seine hervorragendste Leistung die Dekorierung des Kunstsaales im fürstl. Schlosse zu Sigmaringen, welchen er mit Künstlerbildnissen und Ornamenten got. Stils schmückte. Seit 1856 ist M. Professor der düsseldorfer Akademie und steht den dortigen Kunstsammlungen vor. Seine Richtung ist die religiös-mittelalterliche, die er sowohl im Olbilde als in architektonischer Dekoration bekundet. Außerdem hat er sich auch als Kupferstecher und Restaurator alter Malerwerke Verdienste erworben. Von seinen Söhnen hat sich Franz M. (geb. 1843) unter der Leitung des Vaters gebildet, während sein zweiter Sohn Karl M. (geb. 15. Aug. 1844) sich der Bildhauerkunst widmete, in der er durch religiöse Arbeiten, ferner durch eine Kolossalbüste des Kaisers Wilhelm sich bekannt gemacht hat.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 11, S. 914Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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