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GeschichteBrockhaus 1882

Keith (George Carl, Marishal of Scotland), ein durch die Freundschaft Friedrichs d. Gr. bekannt gewordener Schotte, geb. 2. April 1685 zu Kinkardine und gewöhnlich Lord Marishal genannt, indem er das Haupt einer Familie war, die ein Erbrecht auf die Marschallswürde von Schottland besaß, diente bereits 1712 als Brigadier unter Marlborough. Nach dem Tode der Königin Anna erklärte er sich für den Prätendenten und wurde nach dessen mißglückter Landung 1716 vom Parlament geächtet und zum Tode verurteilt. Er beteiligte sich dann 1719 an der span. Expedition zur Invasion Schottlands. Allein ein Sturm zerstreute die span. Flotte, und K. gelangte mit nur 300 Mann ans Land, wo er von den königl. Truppen geschlagen wurde und sechs Monate in den Hochgebirgen umherirrte, bis er Gelenenheit fand, nach dem Festlande zu entkommen. Hierauf lebte er mit dem Prätendenten längere Zeit in Rom, begab sich 1737 zu seinem Bruder James, der als General in russ. Diensten stand, und begleitete diesen nach Paris. Alsdann wandte er sich abermals nach Spanien, von da nach Venedig und 1747 wieder zu seinem Bruder nach Berlin. Friedrich d. Gr. ernannte ihn 1751 zum Gesandten in Paris, 1754 zum Gouverneur von Neuchätel und wirkte ihm 1759 bei der engl. Regierung seine ms, Doch uach in alle seine Güter und Würden aus. Doch nach kurzem Verweilen in Schottland kehrte er 1765 nach Preußen dum und starb auf seinem Landhause bei Potsam 25. Mai 1778. Vgl. d'Alembert, «Eloge de Milord Maréchal (Berl. 1779).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 221Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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