Flahault de la Billarderie (Auguste Charles, Graf), franz. General und Diplomat, geb. 21.April 1785 zu Paris als Sohn eines Edelmanns, der während der Revolution auf dem Schafott starb, folgte seiner Mutter ins Ausland. Im J. 1798 nach Frankreich zurückgekehrt, wurde er Soldat und erhielt die Feuertaufe in der Schlacht bei Marengo. Er machte dann alle Feldzüge des ersten Kaiserreichs mit und wurde nach der Schlacht bei Wagram Oberst und kaiserl. Baron, nach dem Kriege gegen Rußland Brigadegeneral, nach der Schlacht bei Leipzig Divisionsgeneral und in den Grafenstand erhoben. In der Schlacht bei Hanau zeichnete er sich durch verzweifelte Tapferkeit aus und wurde von Napoleon mit der Rolle eines Unterhändlers bei den Verbündeten beauftragt. Während der Hundert 5 erhielt er eine Sendung nach Wien, wo er mit Marie Luise in Verbindung treten sollte, wurde aber in Stuttgart verhaftet. Bald nachher freigelassen, kämpfte er bei Waterloo und forderte nach der Abdankung Napoleons J. mit Nachdruck die Ausrufung des Königs von Rom als Napoleons II. zum Kaiser. Unter der Restauration lebte er in England, wo er die Tochter des Admirals Keith heiratete. Im J. 1827 nach Frankreich zurückgekehrt, erhielt er nach der Julirevolution seinen Grad wieder und einen Sitz in der Pairskammer; 1831 wurde er zum bevollmächtigten Minister in Berlin ernannt; 1832 begleitete er den Prinzen von Orléans, Ludwig Philipps ältesten Sohn, nach Antwerpen; 1837 ward er Großstallmeister dieses Prinzen. Im J. 1842 ging F. als franz. Gesandter nach England und blieb auf diesem Posten bis zur Februarrevolution. Nach dem Staatsstreiche vom 2. Dez. 1851 gehörte er zu der Beratungskommission und wurde 1853 Senator, 1854 Großkanzler der Ehrenlegion. F. starb zu Paris 1. Sept. 1870. Eine Frucht seines er WapolsonSal. mit der Königin Hortense (Mutter Napoleons III) war der Herzog von Morny.