Kemeny (Joh.), Fürst von Siebenbürgen und ungar. Memoirenschreiber, geb. 1607 in Bükös, studierte in Karlsburg und war seit 1622 Page am Hofe Bethlen-Gabors, der ihn wiederholt in polit. Missionen, so 1628 nach Konstantinopel, verwendete. Nach Bethlens Tode gehörte K. zur Partei der Witwe, ging aber bald zu Georg I. Räköczy über, beteiligte sich an dem ungar. Feldzuge desselben w1644—45 und hatte wesentlichen Anteil an dem Abschlusse des Linzer Friedens. Unter Georg II. führte er einen glänzenden Feldzug in der Moldau, geriet aber 1657 während des poln. Feldzugs in die Gefangenschaft der Tataren, die ihn zwei Jahre in der Krim zurückhielten. Nach Georgs II. Tode wurde er 1661 Fürst von Siebenbürgen, fiel aber schon 24. Jan. 1662 bei Nagy-Szöllös im Kampfe mit den Türken, den Bundesenossen des Gegenfürsten Michael I. Apaffy. K. schrieb in der Krim einen «Psaltero, den 1659 Susanne Loräntffy drucken ließ; seine wertvolle Autobiographiev (1607 — 55) gab Karl Rumy (Pest 1817) und aus K.s Handschrift Lad. Szalay (Pest 1856) heraus.