Kempen, Kreisstadt im Regierungsbezirk Düsseldorf der preuß. Rheinprovinz, an den Linien Köln-Kleve und K. Venloo der Preußischen Staatsbahnen und Krefeld⸗-Süchteln der Krefelder Bahn, ist Sitz des Landratsamts und eines Amtsgerichts, hat eine schöne, in neuerer Zeit vollständig restaurierte kath. Kirche, eine evangel. Kirche, eine Synagoge, ein kath. Gymnasium, ein kath. Schullehrerseminar, eine Taubstummenanstalt, ein schönes Hospital und ein Gefängnis und zählt (1880) 5783 meist kath. E., welche Fabrikation von Seiden⸗, Woll⸗ und Baumwollzeugen treiben, eine Sauerkrautfabrik, zwei mechan. Webereien und eine Flachsaufbereitungsanstalt unterhalten. Die Stadt gehörte früher zum Erzbistum Köln und ist der Geburtsort des Thomas a Kempis. Der Kreis Kempen zählt auf 395,½ gkm (1880) 90554 meist kath. E.