Geldern, Kreisstadt in der preuß. Provinz Rheinland, Regierungsbezirk Düsseldorf, an dem Maaszufluß Niers, 44,5 Km nordwestlich von Düsseldorf. Der Ort, 878 gegründet, erst Residenz der Grafen und bis 1343 der ersten Herzöge von Gelderland, Sitz der Kreisbehörden und eines Amtsgerichts, Station der Linien Venlo-Wesel-Haltern und Köln-Krefeld-Kleve-Zevenaar der Preußischen Staatsbahnen, hat zwei kath., eine evang. Kirche und eine Synagoge, regelmäßige Straßen, einen schönen Marktplatz und zählt 5619 meist kath. E., die Seidenweberei, Knopf⸗ und Schuhfabrikation, Getreidehandel, Gerberei, Bierbrauerei und Spritfabrikation betreiben. Die Stadt war seit Philipps II. Zeiten befestigt; ihre Werke wurden aber 1764 geschleift. Vgl. Nettesheim, Geschichte der Stadt und des Amtes G.» (Bd. 1, Krefeld 1863). Der Kreis Geldern zählt auf 543 qkm (1880) 52 774 C. (darunter 49943 Katholiken, 2524 Evangelische und 231 Juden).