FeedKeuper
TierreichBrockhaus 1882

Keuper ist ursprünglich eine provinzielle Benennung für gewisse thonige Mergel in Franken, besonders bei Coburg. Dann hat man den Namen benutzt, um damit eine ganze Gruppe von Gesteinsschichten zu bezeichnen, welche die obere Abteilung der deutschen Trias über dem Muschelkalk bildet. Die Keuperformation besteht hauptsächlich aus bunten Mergeln mit Gips, Anhydrit und zuweilen auch Steinsalzeinlagerungen, Sandstein und Schieferthon. Doch finden sich in ihrer untern Abteilung auch Schichten von Kalkstein und Dolomit, sowie sog. Lettenkohle, die sich jedoch noch nirgends recht abbauwürdig gezeigt hat. Die stuttgarter Werksandsteine und die Schilfsandsteine Süddeutschlands gehören dem K. an. Er enthält verhältnismäßig wenige Versteinerungen, vorzugsweise Reste von Landpflanzen, Fischen und Sauriern. In dieser terrestren Ausbildung kennt man den K. nur in Deutschland. In den Alpen ist er durch marine, in vieler Beziehung von den norddeutschen Schichten abweichende Ablagerungen vertreten, die sich zum Teil durch eine reiche Meeresfauna auszeichnen. Ihnen gehören unter anderm auch die berühmten roten und bunten Marmorarten von Hallstadt und Berchtesgaden, sowie die Dolomite des Ampezzaner Thals und des Schlern an.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 255Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

Auf derselben Druckseite 9

Ähnliche Artikel 6

Mehr aus Tierreich 6