Keuschbaum (Vitex L.), Name einer zur Familie der Verbenaceen gehörenden Gattung von immergrünen Holzgewächsen, deren Arten langgestielte, gegenständige Blätter mit fingerförmig in drei bis fünf 4 zerteilter Laubscheibe und in Quirle gestellte Blüten mit glockigem Kelch und zweilippiger Blumenkrone haben. Die Blütenquirle sind in lange, oft rispenförmig gruppierte Trauben geordnet, die Frucht ist eine Steinbeere mit viersächerigem und viersamigem Kern. Die meisten rten sind in Ostindien zu Hause, eine Art jedoch, der gemeine Keuschbaum, auch Keuschlamm (V. Agnus castus L.), wächst in den am Mittelländischen Meere gelegenen Ländern. Er bildet einen bis Z2m hohen Strauch mit vierkantigen, graufilzigen Zweigen, fünf-bis siebenteiligen, oberseits dunkelgrünen, unterseits gelblichgrau-filzigen Blättern und bläulichvioletten Blumen und wird bei uns häufig als Ziergewächs kultiviert, muß aber in Mittel⸗ und Norddeutschland im aepan überwintert und deshalb in einen Kübel gepflanzt werden. Er verlangt schweren und feuchten Boden. Dieser Strauch ist seit Hippokrates berühmt gewesen wegen der angeblichen Wirkung der innerlich genommenen Samen, jede geschlechtliche Regung zu unterdrücken, woher der Name der Pflanze. Später hat man Laub und Samen als Mittel gegen Wechselfieber, Durchfall, Erkältung, Schlangenbiß u. a. m. angewendet; doch hat sich dasselbe auch in diesen Beziehungen nicht miztelha