Khetschua (Quichua), der Name eines der südamerik. Stämme, zu denen auch der herrschende Inkastamm von Peru gehörte und der später auf die ganze Völkerfamilie übertragen wurde. Man nennt auch infolge dessen die Sprache, die im Gebiete des Inkareichs geredet wurde, d. i. von Rio Ancasmayo im Norden von Quito bis zum Rio Maule in Chile, jetzt die Khetschuasprache, obschon diese Bezeichnung nicht ganz richtig ist. Die ältern span. Schriftsteller nennen diese Sprache, die man mit mehr Recht die Inkasprache nennen könnte, «la lengua generab oder ala lengua cortesana; erst Domingo de San-Thomas gebraucht in seinem Vokabular (Valladolid 1560) den Namen Quichua, wahrscheinlich bloß deswegen, weil er die Sprache unter dem Stamme der Quichua studiert hatte. Die Khetschuasprache, eine der schönsten und entwickeltsten Sprachen Amerikas, war ehemals als Staatssprache über das ganze Inkareich verbreitet. Sie wird noch gegenwärtig in Peru, mit Ausschluß des Hochplateaus (wo das Aymara herrscht), in der bolivianischen Provinz Cochabamba, in den an Peru grenzenden Teilen von Ecuador und im Norden der Argentinischen Republik gesprochen. Vgl. Conversations-Lexikon. 13. Aufl. X. J. J. von Tschudi, «Die Kechuasprache (2 Bde., Wien 1853); derselbe, KOrganismus der Khetsuaspracher (Lpz. 1884); Friedr. Müller, Grundriß der Sprachwissenschafte (Bd. 2, Abteil. 1, Wien 1882).