Khokand, Khokan oder Kokan, ehemaliges Chanat in Turkestan, reichte früher, wo es das größte und volkreichste war, zu beiden Seiten des Jaxartes oder Sir von der chines. Grenze bis in die Nähe des Aralsees und vom Aktau oder der westl. Fortsetzung des Mustagh nordwärts bis zum langen Steppenfluß Tschu im Kirgisenlande und bildet jetzt unter dem Namen Ferghana (s. d.) eine Provinz des russ. Generalgouvernements Turkestan. Die Hauptstadt Khokand, 12 km im Süden des Sir, in einem reizenden Thale, durch das Flüßchen Karatall und mehrere Kanäle mit dem Sir verbunden, hat einen großen Umfang, indem die Häuser durch weite Gärten voneinander getrennt liegen. Die Zahl der Einwohner wird anf 35 000 (1882) geschätzt. Die 300 Moscheen sind meist verfallen, der große Bazar mit russ. Waren, einheimischen Seiden⸗ und Wollmanufakturen, sowie Lederarbeiten wohl versehen. Der Handel zieht viele Fremde herbei, da die Stadt der Knotenpunkt verschiedener Karawanenzüge ist. In der Umgebung sind viele Fruchtgärten und Weinpflanzungen.