FeedKhorsabad
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Khorsabad (pers., Bärenstadt) oder Khurustabad (Schakalsstadt) ist der Name eines Ortes, der von den arab. Geographen Sarghün genannt wird. K. liegt 3 Stunden nordöstlich von Ninive (Mossul) und ist berühmt durch die Entdeckungen Bottas (s. d.), der 1843 durch Auffindung dieser Ruinengruppe den Anfang zu den Ausgrabungen der assyr. und babylon. Ruinen machte und somit auch die Assyriologie ins Leben rief. K., Dur-Sarkin, Sargonsmauer, wurde von König Sargon 711 gegründet, um den damals noch in Ruinen liegenden Palast Ninives zu ersetzen. Die Stadt selbst war mit einer noch jetzt ganz verfolgbaren Mauer umgeben, die ein Rechteck von 6000 und 6370 Spannen (1645 und 1750 m) bildete, schloß also einen Flächenraum von 288 ha ein. Diese 24740 Spannen oder Halbellen waren der Ausdruck der mystisch-kabbalistischen Zahl des Namens Sargons. Die Ecken waren nach den Himmelsgegenden gerichtet, und an jeder Ecke waren zwei Prachtthore, jedes der acht war einer besondern Gottheit gewidmet. Auf der Nordwestseite war der prächtige Königspalast, der 961 àa bedeckte und aus prachtvollen, mit Basreliefs und Inschriftfriesen versehenen Hofsälen und 200 Gemächern des Hofs und des Harems bestand Die Ausgrabungen wurden nach Bottas Abgang 1851 —54 von Victor Place fortgesetzt. K. gibt durch die Ausgrabungen der Franzosen das vollständigste Bild eines assyr. Palastes. Wahrscheinlich ist Mespila der Anabasiso des Xenophon identisch mit dem heutigen K. Vgl. Botta, cMonuments de Ninivev (5 Bde., Par. 1849—50); Place, Ninive et I'Assyrie v (3 Bde., Par. 1866—69); Oppert, (Expédition en Mésopotamies (Bd. 1, Par. 1859).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 258Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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