Khosrev II., Parviz, Enkel des vorigen (591—628), Sohn Hormizdas' IV. (s. d.), wurde von Behram, den er zur Rebellion und zum Mord seines Vaters angereizt, verdrängt, und konnte der einjährigen Regierung Behrams VI. nur durch die Hilfe des Kaisers Mauritius ein Ende machen. Zur Belohnung trat er Persarmenien an Mauritius ab, doch als 602 dieser mit seiner ganzen Familie von Phokas ermordet worden war, begann er, um des Wohlthäters Tod zu rächen, einen Krieg, der während 18 Jahren Ostrom mit dem Verlust ganz Asiens bedrohte. Schon 603 schlug er die Römer aufs Haupt, fiel 608 in Armenien ein und nahm Kappadocien und einen großen Teil von Kleinasien weg. Er bemächtigte sich dann Syriens, fiel 613 in Palästina ein, eroberte Jerusalem, tötete dort 80000 Christen und nahm das heilige Kreuz, sowie die Tempelschätze fort. Im folgenden Jahre (614) fiel Damascus. K. wandte sich nun gegen Agypten, nahm Alexandrien und drang bis nach Karthago vor, das er 616 einnahm. Nun aber griff der oström. Kaiser Heraklius (s. d.) die Perser selbst an, schlug K. verschiedene mal und drang bis nach Medien vor; im März 624 überschritt er den CEuphrat, nahm Samosata und Adaea und bedrohte Ktesiphon. Da verbündete sich K. mit den Avaren, die in Thrazien einfielen; er ließ seinen General Schaharbaz durch Kleinasien ziehen, und von Chalcedon aus bedrohten die Perser Konstantinopel (625), während drei Tage lang die Avaren die Hauptstadt stürmten, doch am vierten abziehen mußten. Unterdessen drang Heraklius nach Osten vor und schlug K. am 1. Dez. 626 am Flusse Zab. Da empörten sich die Großen gegen den nach Medien geflüchteten Fürsten, sein Sohn Siroès (Schiruye) ließ K. in Ketten legen, allen Demütigungen aussetzen und ihn dann durch Pfeile erschießen. Siroès schloß mit den vor Ktesiphon lagernden Römern Frieden und gab ihnen das heilige Kreuz wieder.