Kildare, Grafschaft in der irländ. Provinz Leinster, grenzt im O. an Dublin und Wicklow, im N. an Meath, im W. an Kings⸗ und Queens-County, im S. an Carlow und umfaßt 1693 qkm, wovon 29 Proz. auf Ackerland, 1,7 Proz. auf Wald, 57 auf Weiden, 12 Proz. auf Unland kommen. Die Oberfläche ist teils wellenförmig und hügelig, größtenteils aber flach. Der Boden, thonig, im Norden zum großen Torfmoor (Bog of Allen) gehörig (16200 ha), zeigt sich im ganzen fruchtbar und namentlich ergiebig an Getreide, Rübsamen und Kartoffeln. Das Land, besonders ausgezeichnet durch seine grüne Rasendecke und Vegetationsfrische, wird bewässert vom Barrow, Liffey und Boyne und durchzogen vom Königs- und Großen Kanal, sowie von der Westbahn. Die Bevölkerung, deren Hauptnahrungszweig die Landwirtschaft, belief sich 1841 auf 1151190, 1871 nur auf 83 614, 1881 auf 76 102 Seelen. Die Grafschaft schickt zwei Abgeordnete in das Parlament. Hauptort ist Athy 6 d.) mit (1881)4181 C. — Dieschlechtgebaute Marktstadt Kildare, an der Westbahn und in der grasreichen Ebene Curragh of Kildare gelegen, die mit ihrem weichen Torfboden für die schönste Trift Europas gehalten und jetzt zu einem stehenden Lager benutzt wird, war früher Sitz irischer Gelehrsamkeit und eines Erzbistums, das gegenwärtig mit dem von Dublin verbunden ist. Die Stadt hat 1333 E., lebhaften Marktverkehr, Ruinen einer Kathedrale und von vier Klöstern, einen 40 m hohen runden Turm, einen Gerichtshof, ein Arbeitshaus und eine Markthalle. Außerdem ist bemerkenswert die Marktstadt Maynooth am Königskanal, mit 1619 E. und dem Maynooth-College, einem großen kath. Priesterseminar (St.⸗ Patricks), welches 1795 vom irischen Parlament gegründet wurde. Die Anstalt hatte nahe an 9000 Pfd. St. Jahreseinkünfte und wurde 1845 durch die Maynooth-⸗Bill noch reichlicher (mit 26 360 Pfd. St.) dotiert; 1869 wurde die Bewilligung durch die Irish-Church-Act zurückgezogen und statt deren 1871 eine Kompensation von 372331 Pfd. St. gezahlt. Das Kotser 22 km westlich von Dublin, mit einer Bibliothek von 18000 Bänden, zählt 12 Professoren und Lektoren und etwa 450 Studenten, von denen fast die Hälfte Freistellen hat.