Kilkenny, Grafschaft der irländ. Provinz Leinster, Wömerror Queenscounty im N., Tipperary im W., Waterford im S., Wexford und Carlow im O. gelegen, umfaßt 2053,5 akm und hat größtenteils eine hügelige, im Mount-Brandon bis 950 m aufsteigende Oberfläche, enthält aber auch ausgedehnte Ebenen. Im ganzen ist das Land südwärts zum Waterford-Hafen abgedacht. In dieser Richtung diee an der Ostgrenze der Barrow und sein rechter, ie centrale Ebene durchströmender, schiffbarer Nebenfluß Nore jener Bai zu, in welche sich auch der Suir an der Südgrenze ergießt. Das Klima ist sehr mild und der Boden größtenteils sehr fruchtbar, vorzüglich am Nore. Man baut hauptsächlich Getreide, Kartoffeln und Gemüse. Kaum ein Sechzehntel ist unkultiviert. Auch die Schafzucht, Milchwirtschaft und Flußfischerei sind von Bedeutung. Bei Castlecomer werden anthracitische Steinkohlen und vorzüglicher Marmor und Bausteine gewonnen; auch Eisenerze kommen vor. Die Industrie beschränkt sich hauptsächlich auf grobe Wollweberei und wollene Decken, der Ausfuhrhandel auf landwirtschaftliche Produkte. Die Einwohnerzahl der Grafschaft war 1841—81 von 202 746 auf 99064 herabgesunken. Die Grafschaft schickt zwei Abgeordnete ins Parlament, einen andern die Stadt. Der Hauptort Kilkenny, Municipalstadt und Parlamentsborough, am schiffbaren Nore und an der Großen Süd⸗ und Westeisenbahn, 117 km im Südwesten von Dublin gelegen, Sitz eines Bischofs, ist unregelmäßig gebaut, bietet aber mit seinen imponierenden alten Bauten und seiner schönen Umgebung einen malerischen Anblick. Sie besteht aus der irischen Stadt, um die Kathedrale, und aus der engl. Stadt, um das Kastell, und liegt auf und an zwei Hügeln, hat noch einen großen Teil ihrer alten Ringmauern und Türme, zwei Steinbrücken, das mit 13 m hohen Mauern umgebene Kastell der Familie Ormond mit der schönsten Gemäldegalerie Irlands, die prot. Kathedrale St.Canice, ein schwerfälliges, in got.⸗sächs. Stil errichtetes Gebäude, außer St.⸗Patrick in Dublin die größte Kirche Irlands, die 1857 erbaute röm.Kath. Kathedrale, den bischöfl. Palast und das 1682 vom Herzog von Ormond gegründete College, dessen Schüler Swift, Congreve, Berkeley u. a. waren. Die Einwohner, deren Zahl 1851—81 von 19973 auf 14964 herabgesunken ist, unterhalten Brennereien, Brauereien, Marmorschleifereien, Kornmühlen, einige Fabriken für Stärke, wollene Decken und Zeuge, sowie auch wöchentliche Viehmärkte. Die Stadt hat einen Gerichtshof, 11 Kirchen, 3 Klöster, 2 Lateinschulen. Sie war früher häufig Sitz des irischen Parlaments, und die unter Eduard III. beschlossenen Konstitutionen von K. hatten lange Zeit große Wichtigkeit für Irland.