Kilian, Name einer Kupferstecherfamilie in Augsburg, welche im 17. und 18. Jahrh. blühte. Unter den zahlreichen Gliedern derselben ragen hervor: Wolfgang K., geb. 1581, gest. 1662, Schüler seines Stiefvaters, des Stechers D. Custos, lernte in Italien, wo er besonders nach den Meistern Venedigs arbeitete. Indessen leistete er später das meiste im Bildnisfache. Zu seinen besten Platten gehören: Vorstellung im Tempel, nach Veronese, Himmelfahrt Marias, nach Tintoretto, Auferstehung, nach Bassano. Auch Suiten sind von ihm gestochen, so die Bilder der bayr. Fürsten 1605. Sein Bruder Lukas, geb. 1579, gest. 1637, bildete sich auf dieselbe Weise zu Venedig, arbeitete dann, nach Augsburg zurückgekehrt, mehr in der Manier des H. Goltzius und E. Sadler. Gute histor. Blätter lieferte er nach Palma d. J., Tintoretto, Veronese, Michel Angelo, Heintz u. s. w. Bartholomäus, der Jüngere, Wolfgangs Sohn, lernte in Paris und stach unter anderm Joseph I. zu Pferde (16 Blätter, 35 Fuß hoch). hilipp Andreas, geb. 1714, gest. 1759, arbeitete für das große Werk der dresdener Galerie und stach 130 Blätter einer Bilderbibel.