Kingston (Elizabeth Chudleigh, Herzogin von), geb. 1720, verlor früh ihren Vater, einen Obersten der brit. Armee, und kam 1743 als Ehrenfräulein zur Prinzessin von Wales, in welcher Stellung sie mißt, sind unter C aufzusuchen. durch Schönheit und Geist Aufsehen erregte. Sie [r ließ sich 4. Aug. 1744 heimlich mit Kapitän Hervey,. späterm Grafen Bristol, trauen, von dem sie sich jedoch schon am andern Tage trennte. Dann reiste sie auf l den Kontinent. In Berlin zog sie die Aufmerksam⸗[l keit Friedrichs II. auf sich; auch am Hofe zu Dresden machte sie außerordentliches Glück. Schließlich willigte Graf Bristol in eine Ehescheidung, die aber e von dem kirchlichen Gerichtshofe nicht in ganz gesetzlicher Form ausgesprochen wurde. Mit Erlaubnis des Erzbischofs von Canterbury ließ sich jetzt Elizabeth 1769 dem Herzoge von Kingston an⸗( trauen, der aber schon 1773 starb. Elizabeth erregte [ nun durch ihre Lebensweise in London solches Miß-e fallen, daß sie nach Italien reisen mußte, wo sie die Nachricht empfing, daß die Verwandten des Herzogs von Kingston gegen sie beim Peershofe eine Anklage auf Bigamie anhängig gemacht. Als Cliza⸗⸗ beth im April 1776 zu London anlangte, wurde sie der Bigamie schuldig erklärt. Seltsamerweise sprach ihr aber das Gericht das Erbe nicht ab. EClizabeth ging nun als nunmehrige Gräfin Bristol nach Rußland' von da nach Italien und endlich nach Rußland, wo sie von der Kaiserin aufs glänzendste aufgenommen wurde. Nach ihrer Rückkehr kaufte sie das Schloß St.⸗Assise bei Fontainebleau und lebte in fürst. Glanze. Sie starb 28. Aug. 1788. Ihr Testament wurde zu Gunsten der Angehörigen ihres zweiten Gatten cassiert. Über ihr Leben erschienen schon 1788 zu London Memoiren in engl. Sprache, die wohl kaum authentisch sind. Vgl. Faverolles, La duchesse de K.v (Par. 1813).