FeedKircher (Athanasius)
ReligionBrockhaus 1882

Kircher (Athanasius), vielseitiger Gelehrter, geb. zu Geisa im Fuldaischen 2. Mai 1601, wurde 1618 Jesuit und dann Professor zu Würzburg. Infolge der Unruhen des Dreißigjährigen Kriegs ging er nach Avignon, wo er mehrere Jahre lang bei den Jesuiten seinen Studien oblag. Dann berief ihn der Papst nach Rom, wo er anfangs am Collegium Romanum Mathematik lehrte. Später ohne Lehramt, beschäftigte er sich mit dem Studium der Hieroglyphen und andern archäol. Gegenständen. K. starb zu Rom 28. Nov. 1680. Unter seinen vielen Werken sind die berühmtesten: Ars magna lucis et umbraen (2 Bde., Rom 1646), Musurgia universaliso (2 Bde., Rom 1650), „Oedipus Aegyptiacuso (4 Bde., Rom 1652—55), „Mundus subterraneus 5 (2 Bde., Amsterd. 1678), „China illustrata (Amsterd. 1667), Polygraphia, seu artificium linguarum, quo cum omnibus totius mundi populis poterit quis correspondered (Rom 1663), Latium, id est nova et parallela Latii, tum veteéris, tum novi, descriptioo (Rom 1671). K. gilt als Erfinder der Laterna magica. Das von ihm gegründete Museo Kircheriano in Rom gehört seit 1870 dem Staate.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 303Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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