FeedLanger (Joh. Pet. von)
Bildende KunstBrockhaus 1882

Langer (Joh. Pet. von), Historienmaler, geb. 1756 zu Kalkum, studierte in Düsseldorf und wurde 1784 Professor an der dortigen Kunstakademie und 1789 Direktor derselben, endlich auch Direktor der Gemäldegalerie. Eine einflußreiche Wirksamkeit entwickelte er namentlich als Lehrer. Er wurde 1806 Direktor der Akademie in München, wo er nach einer ital. Reise 6. Aug. 1824 starb. In Bezug auf seine eigenen Produktionen war L. bedeutend im Ausdruck lebenskräftiger Gestalten, aber doch nicht frei von einer gewissen akademischen Manier. Vorzüglich geschätzt sind seine Porträts. Sein Hauptwerk ist der die Kinder segnende Christus in der Karmeliterkirche zu München; auch sein Zinsgroschen und mehrere andere Bilder aus der heil. Geschichte und seine sechs Bilder aus der Fabel der Pspche in Barmen haben Ruf. Durch geistreiche Radierungen suchte er seinen Schülern die damals noch gebräuchlichen Rötelstudien u. dgl. entbehrlich zu machen. Sein Sohn und Schüler, Robert von L., geb. 1783 in Düsseldorf, wurde 1806 Professor an der münchener Akademie, wo er den Antikensaal einrichtete und den Unterricht in der Plastik leitete. Sodann wurde er 1820 auch Generalsekretär der Akademie, 1827 Direktor des königl. Kabinetts der Handzeichnungen, endlich 1841 Central-Galeriedirektor, in welcher Eigenschaft er die Pinakothek einrichtete und auch die schleißheimer Galerie neu ordnete. Auch restaurierte er ältere Gemälde, z. B. die berühmte Amazonenschlacht von Rubens. Als Historienmaler ist er durch seine sieben Werke der Barmherzigkeit in der Spitalkirche am besten vertreten. Die Frauenkirche und die Franziskanerkirche daselbst enthalten Altarblätter von seiner Hand; in dem Palais des Herzogs Max in Bayern malte er sechs große Freskobilder. Ferner lieferte L. eine Reihe von trefflichen Federzeichnungen zu Dantes Höllev, aus welcher er auch den Stoff zu einem größern Gemälde: Virgil und Dante (in der königl. Galerie zu Stuttgart) nahm. L. starb 6. Okt. 1846 auf seinem Landhause in Haidhausen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 804Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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