FeedKirchgang
ReligionBrockhaus 1882

Kirchgang der Wöchnerinnen (Sechswöchnerinnen), ein Gebrauch, der vom Christentum dem jüd. Leben entnommen wurde. Eine bestimmte Zeit hierfür nach Art des mosaischen Gesetzes (3 Mos. 12) kannte zwar die christl. Kirche im allgemeinen nicht, doch trifft man die Beibehaltung des vierzigsten Tags in einigen Kirchen als Nachahmung des mosaischen Ritus. Bei den Griechen war gleich nach der Geburt ein Gebet und Bekreuzung über die Mutter und das Kind üblich. In der orient. und occident. Kirche Durrüeufe aber fand einige Wochen nach der Geurt der feierliche K. und die Aussegnung der Wöchnerinnen nach dem Beispiele der heil. Maria statt, wovon man die erste Nachricht in einem arab. Kanon des Konzils von Nicäa finden will. Seit der Reformation ist der K. als feststehender Gebrauch in den meisten Gegenden abgekommen oder wenigstens seines feierlichen Charakters entkleidet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 303Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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