Kitzel ist eine dem Jucken (s. d.) ähnliche Art von Hautempfindung, die durch eine leicht über die Oberhaut hinwegstreichende Berührung erregt wird und unter längerer Fortsetzung bei empfindlichen Personen einen krampfartigen Zustand der Zwerchfellmuskeln (Lachkrampf) oder anderer Muskeln, sogar allgemeine Zuckungen bewirken kann. Am meisten sind für diese Empfindung empfänglich die Teile der äußern Haut, wo das Gefühl überhaupt sehr fein ist und die Tastnerven nur von einer dünnen Oberhaut bedeckt sind (3. B. in der Hohlhand, den Achselgruben, den Kniekehlen, auf der Fußsohle). Daher zeigen 9 auch Personen mit zarter Haut (Frauen, Kinder) besonders empfindlich gegen den K. Die Operation des Kitzelns (titillatio)h wird von den Arzten in der Art angewendet, daß man mit einem Federbart oder Strohhalm die Schleimhaut gewisser Stellen reizt, um dadurch Reflexbewegungen in wichtigen Muskelgruppen, z. B. Kitzeln der Nase, um Niesen, des Kehlkopfes, um Husten, des Schlundes, um Erhrechen zu veranlassen. Man bedient sich dieses Mittels z. B. bei Scheintod, um einen Anstoß zum Atemholen zu geben, oder wenn fremde Körper in die Nasenhöhle, Luft⸗ oder Speiseröhre eingedrungen sind, die oft durch diese Erschütterung wieder ausgeworfen werden, auch bei Vergiftungen, wenn kein anderes Brechmittel zur Hand ist.