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HeilkundeBrockhaus 1882

After (anus) ist die untere Mündung des Mastdarms, an welcher die Schleimhaut des letztern sich unter t. Diese Umwandlung in die äußere Haut fortsetzt. Diese Schleimhaut legt sich in der Nähe des A. in strahlige Längsfalten, die bei gewaltsamer Ausdehnung verstreichen und eine ziemlich beträchtliche Erweiterung der Mündung gestatten. Zwei Muskeln unterstützen den Verschluß der Mündung: ein innerer, aus ringförmig gelaildet. unwillkürlich wirkenden Muskelfasern geildet, welcher eigentlich nur einen Teil der muskulösen Darmwand ausmacht, und ein näher der äußern Haut gelegener, aus Muskel asern gebildet, die willkürlich angespannt werden können. Diese Schließmuskeln des A. sind für gewöhnlich nicht besonders kontrahiert, geraten aber in erhöhte Thätigkeit, wenn die Schleimhaut des untern Mastdarms gereizt wird, sei es durch andringende Kotmassen, sei es durch krankhafte Reizung (Entzündung, Geschwüre, Polypen, Vorfälle u. s. w.). In letzterm Falle kann diese Kontraktion eine übermäßige und sehr schmerzhafte werden, und heißt dann Afterzwang. ie Lähmung der Afterschließmuskeln zieht unfreiwilligen Abgang des Kots nach sich. Die Schleimhaut des A. wird, besonders in der Tiefe zwischen den erwähnten Längsfalten, häufig der Sitz von spaltförmigen Geschwürchen (Fissuren), welche wegen des Nervenreichtums dieser Hautpartie außerordentlich schmerzhaft und wegen der häufigen Verunreinigung schwer heilbar sind. Der Nervenreichtum der Afterschleimhaut erklärt auch das häufige Afterjucken. Dasselbe entsteht entweder infolge einer Entzündung der äußern Haut, welche letztere in der Nähe des A. der Reibung beim Gehen und vielem Schwitzen ausgesetzt ist (sog. Afterfratt, Frattsein, Wolf), oder infolge von Anschwellung des dicht unter der Schleimhaut gelegenen reichlichen Netzes von Blutadern, in denen sich das Blut bei Stockungen desselben im Unterleibe anstaut. Die Blutadern (Venen) können dabei stellenweise zu deutlichen Knoten anschwellen, welche als Hämorrhoidalknoten bekannt sind. (S. Hämorrhoiden.) Zerreißt eine so überfüllte Vene, so ergießt sich das Blut, und Schwellung und Schmerzen, welche oft sehr bedeutend, lassen nach. Das

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 1, S. 199Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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