FeedKlamm
ErdkundeBrockhaus 1882

Klamm heißt in den deutschen und österr. Alpen eine enge, tief eingeschnittene, spaltenartige Schlucht, mit senkrechten, glatt ausgewaschenen Wänden, entstanden durch die Erosion eines Flusses oder Bachs. Die Höhe und Steilheit der Felswände, die sich oben oft zu berühren scheinen, die Enge der Spalte und das Tosen und Schäumen des darin eingeklemmten Gewässers geben diesen Schluchten ein eigentümlich wildes und düsteres Gepräge, und manche derselben, durch Wege und Brücken den Reisenden zugänglich gemacht, gehören zu den großartigsten und besuchtesten ißt, sind unter C aufzusuchen. Partien der Alpen; die bekanntesten sind: die K.f des Schnanerbachs am Arlberg (Tirol), 120 mf lang, 10 m breit, von 160 m hohen Wänden eingechlossen; die Peutelsteiner-K. im Ampezzanerthal Südtirol), die K. der Ache im Gastein, die Schwarz-t erg-K. und die Seißenberg-K. im Gebiet der Saalach (Salzburg), die Wimbach-K. in der Ramsau bei Berchtesgaden, die Partnach-K. und die Höllen⸗· thal-K. im Wettersteingebirge bei Partenkirchen e (Oberbayern). In den franz. Alpen heißt eine solche K. Gorge, so die Gorge du Trient unweit Martigny (Wallis), die Gorge du Fier (Savoyen); in der deutschen Schweiz gilt dafür der Name Schlauche oder Schlucht, so die Finstere Schlauche der Aare bei Meiringen (Bern) und die Pfäferserschlucht bei Ragaz (St. Gallen). In Graubünden werden diese Schluchten nach der K. des Hinterrheins zwischen dem Rheinwaldthal und dem Schams Rofla oder Rofna genannt; die Via mala oberhalb Thusis ist das großartigste Beispiel einer solchen.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 317Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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