FeedKlarinette
MusikBrockhaus 1882

Klarinette, ein von Denner in Nürnberg 1690 erfundenes, aber erst 50 Jahre später allgemein in die praktische Musik eingeführtes Blasinstrument dessen Intonation nicht wie die der Flöte dur Brechung eines dünnen Luftstroms an einem scharfen Rande, sondern durch die Schwingungen eines dünnen Blättchens von Rohr bewirkt wird, das in ein schnabelförmiges Mundstück (Birn genannt) eingelegt ist. An Umfang, Fülle und Abstufungsfähigkeit des Tons ist die K. das vollkommenste Conversations-Lexikon. 13. Aufl. X. Blasinstrument; ihre Einrichtung ist jedoch derart, daß auf einer und derselben K. nicht aus allen Tonarten geblasen werden kann. Man wendet [deshalb K. von verschiedener Stimmung an. In den Orchestern bedient man sich vorzugsweise der A⸗, B- und C-Klarinetten, wovon die erstern beiden die Töne um eine kleine Terz oder um eine Sekunde tiefer geben; bei Militärmusiken wendet man auch die Es-Klarinette an, welche eine kleine Terz höher klingt, als die Noten besagen. Abarten der K. sind das Bassethorn (s. d.) und die von Streitwolf in Göttingen erfundenen Tenor⸗ und Baßklarinetten. Die K. kommt in den Werken Händels und seiner Zeit noch nicht vor, ist daher trotz ihres 200jährigen Alters als ein modernes Instrument anzusehen, welches besonders in der wiener Schule ihre eigentliche Heimat fand. larisch, auf Klaros in Jonien bezüglich, wo Apollo (daher sein Beiname Klarios) einen berühmten Tempel hatte.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 321Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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