Klären ist eine technisch-chem. Arbeit, welche man mit solchen Flüssigkeiten vornimmt, die durch Filtrieren nicht klar erhalten werden können, weil die in der Flüssigkeit schwimmenden festen Teilchen mit durchs Filter gehen oder dasselbe sehr bald verstopfen. Es gibt mehrere Methoden des K. Das einfachste Mittel besteht darin, daß man die trübe Flüssigkeit längere Zeit ruhig stehen läßt. Dabei setzen sich die festen Teilchen allmählich ab, und die über dem Bodensatze stehende klare Flüssigkeit kann man entweder mit dem Heber abnehmen oder dekantieren (s. d.). Eine gelinde Erwärmung ist hierbei häufig von Nutzen. Solche Flüssigkeiten, welche einen durch die Wärme koagulierbaren Körper suspendiert enthalten, werden einfach durch Aufkochen geklärt (das Schönen). Das Koagulum umschließt die trübenden Teilchen, begibt sich damit auf die Oberfläche und läßt sich entweder durch Durchseihen oder durch Abschöpfen mit einem Schaumlöffel von der Flüssigkeit trennen. Wenn eine zu klärende Flüssigkeit keinen koagulierbaren Körper enthält, so muß man ihn vor dem Kochen hinzusetzen. Man nimmt dazu gewöhnlich Eiweiß oder Blut. Gestattet die Natur der Flüssigkeit das Erwärmen nicht, wie es der Fall ist bei Wein und bei Bier, so ist oft die successive Anwendung von Leim oder Hausenblase und Tannin (Gerbstoff) am Platze.