Klebs (Erwin), namhafter Mediziner, geb. 6. Febr. 1834 zu Königsberg i. Pr., studierte in Königsberg, Würzburg, Jena und Berlin Medizin, wurde 1861 Assistent Virchows am Pathologischen Institut zu Berlin und erhielt 1866 einen Ruf als Professor der pathol. Anatomie nach Bern. Während des Deutsch-Französischen Kriegs wirkte er an dem Bahnhofslazarett in Karlsruhe, später, nach dem Übertritt der Bourbakischen Armee, an dem Typhuslazarett in Bern, und machte eine Reihe wertvoller Studien über die pathol. Anatomie der Schußverletzungen. Im J. 1871 folgte er einem Ruf als Professor der pathol. Anatomie nach Würzburg, 1873 einem gleichen nach Prag und siedelte 1882 in derselben Eigenschaft an die Universität Zürich über. K. gehört zu den Hauptvertretern der experimentellen Pathologie und hat zahlreiche experimentelle Untersuchungen über die parasitäre Natur der Pocken, der Diphtheritis, der Rinderpest, sowie der sog. accidentellen Wundkrankheiten veröffentlicht. Außer vielen monograph. Abhandlungen in Fachzeitschriften schrieb er: KHandbuch der pathol. Anatomiev (Lfgn. 1—6, Berl. 1867 —78), (Beiträge zur pathol. Anatomie der Schußwunden⸗ (Lpz. 1872), 4Studien über die Verbreitung des Kretinismus in Osterreichb (Prag 1877), Beiträge zur Geschwulstlehres (Heft 1, Lpz. 1877), «lüber die Umgestaltung der mediz. Anschauungen in den letzten drei Jahrzehnten » (Lpz. 1877).