Klein (Jul. Leop.), namhafter dramatischer Dichter und Litterarhistoriker, geb. 1804 zu Miskolcz in Ungarn, von israel. Abstammung, besuchte das Gymnasium zu Pest, studierte in Wien und Berlin Medizin, unternahm dann eine längere Reise nach Italien und Griechenland und widmete sich nach der Rückkehr in Berlin, wo er seinen dauernden Aufenthalt nahm, litterarischer Thätigkeit. Von seinen dramatischen Dichtungen sind zu nennen: die histor. Tragödien „Maria von Mediciv (1841), Luineso (1842), (Zenobiav (1847), „(Moretoy (1859), „Mariav (1860), „Straffordo (1862) und «Heliodorap (1867); ferner die Lustspiele Die Herzogino (1848), Ein Schützlingo (1850) und Voltairey (1862). In diesen dramatischen Produktionen, von denen die meisten wegen ihrer die Bedingungen der Bühne nicht berücksichtigenden Komposition gar nicht zur Aufführung gelangten, zeigt sich K. in Bezug auf die Kraft der Charakteristik und den Glanz der Diktion als Nachahmer Shakspeare's, verfällt aber oft ins Bizarre und Unklare. Eine Sammlung seiner Dramen erschien in sieben Bänden (Lpz. 1871—72). Bei weitem bekannter hat sich K. durch sein umfassendes litterarhistor. Werk «Geschichte des Dramaso (12 Bde., Lpz. 1865 —- 76) gemacht, in welchem er die Geschichte der dramatischen Poesie aller Völker mit einer außerordentlichen Belesen-⸗ heit, aber in einer das Verständnis oft erschwerenden Form darstellt. K. starb zu Berlin 2. Aug. 1876. Vgl. Gottschall, Julius Leopold K. Ein Essayo (in Unsere Zeitv, Jahrg. 1872, 2. Hälfte).