Sacher-Masoch (Leop. von), Romanschriftsteller, geb. zu Lemberg 27. Jan. 1836, studierte Jurisprudenz zu Prag und Graz, habilitierte sich dann 1855 an letzterer Universität und veröffentlichte die histor. Arbeiten: Der Aufstand in Gent unter Kaiser Karl V.» (Schaffh. 1857) und Ungarns Untergang und Maria von Ssterreiche (Lpz. 1861), verließ jedoch bald die akademische Laufbahn, um sich der belletristischen Schriftstellerei zu widmen. Nach dieser Richtung hin entwickelte S. eine außerordentliche Produktivität. Von seinen namhaften Romanen, Novellen und Schilderungen sind zu nennen: Das Vermächtnis Kainsy (Tl. 1: Die Liebev, 2 Bde., Stuttg. 1870; Tl. 2: „Das Eigentumy, Lpz. 1877), Falscher Hermelino (Lpz. 1873), „Liebesgeschichten aus verschiedenen Jahrhundertenv (Lpz. 1874). In seinem Roman «Kaunitz v (2. Aufl., 2 Bde., Lpz. 1873) hat er treffende Schilderungen aus den Kulturzuständen Osterreichs im 18. Jahrh. gegeben, während er in dem Roman „Die Ideale unserer Zeit» (3. Aufl., Bern 1875) deutsche Zustände (Gründerschwindel u. dgl.) geißelt. Die Novelle „Der Emissäro (Prag 1863) ist eine farbenreiche Erzählung aus dem galizwoln. Leben. Ein Lustspiel S.3: „Die Verse Friedrichs d. Gr.d (Schaffh. 1864), hat nur wenig Anklang gefunden. Ses Romane und Rovellen zeigen oft bei den unzweifelhaften Vorzügen einer lebhaften und plastischen Darstellung eine große Hinneigung zum Sinnlichen und Pikanten. Auf die Angriffe, welche er in dieser Beziehung erfuhr, antwortete er in der heftig polemischen Schrift KÜber den Wert der Kritik (Lpz. 1873). Seit 1873 wohnte er zuerst zu Bruck a. d. Mur bei Graz, siedelte später nach Graz und 1880 nach Budapest über, wo er die Wochenschrift 4Belletristische Blätter veröffentlichte; seit 1881 lebt er in Leipzig, wo er 1881—85 die internationale Revue Auf der Höhe v herausgab.