Kleistogamie (grch.) heißt in der Botanik eine Erscheinung bei manchen Blüten, die dadurch charakterisiert ist, daß die Bestäubung der Narbe schon stattfindet, ehe die Blüte geöffnet ist. Es tritt hierbei also keine Wechselbestäubung zwischen verschiedenen Blüten ein, wie es bei den meisten Phanerogamen der Fall ist, sondern die Befruchtung wird von dem in derselben Blüte erzeugten Pollen herbeigeführt. Trotzdem werden dadurch keimfähige Samen entwickelt. Solche Blüten, die man als «kleistogamischer bezeichnet, besitzen einige Wasserpflanzen, wie Ranunculus aquatilis, ferner auch mehrere Landpflanzen, welche neben den kleistogamischen auch gewöhnliche Blüten tragen, so z. B. manche Arten der Gattungen von Viola, Lamium, Oxalis, die im Frühjahr normal gebaute, im Sommer und Herbst dagegen bedeutend kleinere und unscheinliche kleistogamische entwickeln.