Klima (grch. Reigungo) wird von Aristoteles zur Bezeichnung der Neigung der Erdoberfläche gegen die auffallenden Sonnenstrahlen gebraucht. Ebenso teilten die Alten die Erde in „Klimatay ein, d. h. in einzelne Gurtel, deren Grenzen immer zwei Parallelkreise waren, auf denen die Dauer des längsten Tages um je 30 Minuten wechselte. Jetzt versteht man unter K. die Gesamtheit der meteorolog. Erscheinungen, welche den mittlern Zustand der Atmosphäre an irgend einer Stelle der Erdoberfläche charakterisieren, und insofern ist die Bedeutung des Wortes wohl zu unterscheiden von dem, was man durch „Witterungo zu bezeichnen pflegt. Witterung ist nur eine Phase, ein einzelner Akt aus der Aufeinanderfolge der Erscheinungen, deren voller, Jouse für Jahr mehr oder minder gleichartiger Verlauf das K. eines Ortes bildet. Das K. ist die Gesamtheit der Witterungen eines längern oder kürzern Zeitabschnitts, wie sie durchschnittlich zu der betreffenden Jahreszeit einzutreten pflegen. Man sagt z. B., die Witterung im Dez. 1879 war sehr kalt in Mitteleuropa, aber man sagt das K. von England ist im Dezember mild und seucht, obgleich 1879 der Dezember dort ebenfalls sehr kalt war. Dieser Unterschied ist um so mehr festzuhalten, da sogar O. Peschel den Vorschlag gemacht hat, das Wort K. durch Wetter und Klimatologie (s. d.) durch Wetterlehre zu ersetzen, was offenbar nur zu Verwirrungen geführt hätte, da beide Worte schon feststehende Begriffe bezeichnen, welche durch den allgemeinen Sprachgebrauch bestätigt sind. Die einzelnen Faktoren, welche das K. einer Gegend bestimmen, sind sehr mannigfacher Natur: Temperatur, Feuchtigkeit der Luft, vorherrschende Windrichtung, Bodenbeschaffenheit (hohe und tiefe Lage der Gegend, Strömungsverhältnisse angrenzender Meeresteile u.s. w.). Während das mathem. K. eines Landes nur von dessen geogr. Breite abhängen würde, ist das wirkliche K. häufig davon ganz unabhängig, z. B. haben die Inseln der Nordwestküste Englands ein um vieles milderes K. als die nahe 5e südlicher gelegenen Landstriche Sibiriens; ebenso haben die LocPhaeiegenen Länder Südamerikas nahe dasselbe K. wie die um 20—30 südlicher gelegenen Tiefländer desselben Erdteils, wenn man von einzelnen Eigentümlichkeiten absieht. Im erstern Falle ist es die Wirkung des Golfstroms in Verbindung mit den überhaupt ausgleichenden Einflüssen des Meeres, welche die Verschiedenheit erzeugen, im zweiten Falle wird die Erscheinung durch den Unterschied in der vertikalen Lage beider Länder bedingt. Einen nicht unbedeutenden Anteil an dem K. einer Gegend haben auch die Vegetationsverhältnisse derselben, doch besteht hier innige Wechselbeziehung, sodaß man auch das Vorkommen dieser oder jener Gesamtvegetation sehr häufig als Charakteristikum bestimmter K. anzusehen berechtigt ist. In neuerer Zeit trugen die in fast allen Atlanten befindlichen Karten mit eingezeichneten Jahres⸗, oder Monatsisothermen (s. Isothermen), oder Baum⸗ und anderer Pflanzengrenzen viel zur Verbreitung richtiger Ansichten über das K. der nißt, sind rnter T aufzusuchen. einzelnen Länder bei. Die Lehre, welche die Wirkung der oben angeführten hrer Be auf das Gesamtklima aufzuklären und ihrer Bedeutung nach zu erkennen sucht und sodann ihre Gesamtwirkung darstellt, heißt cKKlimatologies (s. d.).