Klimatologie ist die Lehre von den Gesamtwitterungsverhältnissen der einzelnen Länder und hat also die Aufgabe, uns mit den mittlern Zuständen der Atmosphäre über den verschiedenen Teilen der Erdoberfläche bekannt zu machen. Die K. ist nur ein Teil der Meteorologie, wenn man letztere im weitern Sinne als theoretische Iponuue ansieht: doch ist eine völlig scharfe Abgrenzung beider Gebiete gegeneinander kaum durchführbar. Die K. ist ihrer Natur nach mehr beschreibend, und ihre Aufgabe dabei ist, ein möglichst pherischen Bild des Zusammenwirkens aller atmosphärischen Erscheinungen über einer Erdstelle zu liefern. Sie darf daher die einzelnen atmosphärischen Vorgänge, wie sie durch Temperatur, Luftdruck, Feuchtigmißt, sind unter C aufzusuchen. keit, Windrichtung und Stärke, Bewölkung und Niederschlagsmengen bedingt werden, nur so weit voneinander trennen, als dies unumgänglich nötig ist, da sie ja nur nacheinander das vorführen kann, was in Wahrheit gleichzeitig geschieht. Ebenso muß die K. aber auch ein anschauliches Bild der mannigfachen Klimaten an den verschiedenen Ortlichkeiten der Erde vorführen und zeigen, wie weit die Einslüsse nachweisbar sind, welche Gebirge, Thäler, Meere und dessen Strömungen, Flüsse und die Vegetation an dem Zustandekommen derselben haben. Diese letztere Aufgabe macht die K. zu einer wichtigen praktischen Wissenschaft für Land- und Forstwirte, und wird umgekehrt dieselbe durch deren Mitwirkung immer mehr in der Erkenntnis der schon angedeuteten Wechselwirkung zwischen Vegetation und K. fortschreiten. Vgl. Lorenz und Rothe, Lehrbuch der K. mit besonderer Rücksicht auf Land- und Forstwirtschafto (Wien 1874); Reimer, Wierteljahrsschrift für K.v (Lpz. 1875 fg.), und vor allen J. Hann, «Handbuch der K.y (Stuttg. 1883).