FeedKnies (Karl)
Sagen & MythenBrockhaus 1882

Knies (Karl), namhafter Nationalökonom, geb. 1821 zu Marburg, besuchte die Gymnasien zu Marburg und Fulda, studierte 1841—45, habilitierte sich 1846 an der Universität Marburg, wurde 1849 Lehrer an der höhern Gewerbeschule zu Kassel und, nachdem er 1850 diese Stelle unter dem Miniterium Hassenpflug verloren, 1852 Lehrer an der Kantonsschule zu Schaffhausen; 1855 wurde er als ord. Professor der Staatswissenschaften nach Freiburg i. Br. berufen und 1862 Direktor des Oberschulrats. In dieser Stellung stellte er die für die Volksschule geplanten Reformen in den «badischen Schulthesenv zusammen und entwarf ein Gesetz, wonach die geistlichen Ortsschulinspektoren und Kreisvisitatoren durch weltliche Kreisschulräte und Ortsschulräte ersetzt wurden. Infolge von Differenzen mit der Regierung über die Ausführung des Gesetzes nahm K. 1865 seine Entlassung und trat dann eine Professur der Staatswissenschaften in Heidelberg an. Später wurde er wiederholt zum Mitglied und 1882 auch zum Vizepräsidenten der Ersten Kammer ernannt. Von seinen volkswirtschaftlichen Werken sind die hauptsächlichsten: «Die Statistik als selbständige Wissenschafto (Kass. w1850), „Die polit. Hkonomie vom Standpunkt der geschichtlichen Methodey (Braunschw. 1853; 2. Aufl. unter dem Titel «Die polit. Okonomie vom geschichtlichen Standpunkto, 1883), «Die Eisenbahnen und ihre Wirkungen » (Braunschw. 1853), «Der Telegraph als Verkehrsmittelo (Tüb. 1857), «Die Dienstleistung der Soldaten und die Mängel der Konskriptionspraxiso (Freiburg i. Br. 1860), Geld und Kredity (Abteil. 1—3, Berl. 1873 —79), «Weltgeld und Weltmünzen » (Berl. 1874).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 367Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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