Umpfenbach (Karl Friedr.), Nationalökonom, geb. 5. Juni 1832 zu Gießen, besuchte das Gymnasium und die Hochschule daselbst, widmete sich anfänglich, auch praktisch, dem Berg⸗ und Hüttenfach und ging dann zu den Staats⸗ und Kameralwissenschaften über. Herbst 1851 bei der Obersteuerdirektion in Darmstadt als Accessist eingetreten, verblieb er im unmittelbaren Staatsdienst bis Frühjahr 1856, wo er sich als Privatdocent der Staatswissenschaften in Gießen habilitierte. Ostern 1864 als ordentlicher Professor nach Würzburg berufen, übersiedelte er in gleicher Eigenschaft Herbst 1873 nach Königsberg. Seine Vorlesungen, welche schon frühzeitig das soziale Moment in wirtschaftlichen und politischen Fragen betont hatten, erstreckten sich hier seit 1877 auch auf das ethnographische Gebiet. Seine litterarischen Hauptarbeiten sind: «Lehrbuch der Finanzwissenschafte (2 Bde., Erlangen 1859 -60; eine neue Auflage ist im Erscheinen begriffen), »Die Volkswirtschaftslehres (Würzb. 1867), «Des Volkes Erbes (Berl. 1874), «Das Kapital in seiner Kulturbedeutunge (Würzb. 1879), «Die Altersversorgung und der Staatssozialismuso (Stuttg. 1883).