FeedKnox (spr. Nox, John)
ReligionBrockhaus 1882

Knox (spr. Nox, John), der Reformator Schottlands, geb. 1505 zu Gifford bei Haddington, studierte zu St.⸗Andrews Theologie und wirkte bis 1542 als Priester in der Nähe von Haddington. Besonders die Predigt Georg Wisharts gewann ihn für die Reformation. Als der Kardinal Beatoun 1546 Wishart hinrichten ließ und zur Rache dafür Verschworene Beatoun töteten und St.⸗ Andrews einnahmen, beriefen sie K. als ihren Prediger. Seitdem war K. in alle kirchlichen und polit. Kämpfe verflochten, welche der Durchführung der Reformation vorangingen, und prägte ihr den eigentümlichen Charakter des Puritanismus auf. Bei der Einnahme von St.⸗Andrews geriet K. 1547 in franz. Kriegsgefangenschaft und kam auf die Galeeren; 1549 befreit, predigte er im Nordosten Englands. Als die kath. Maria den engl. Thron bestieg, ging K. 1554 nach Genf. Vorübergehend wirkte er als Prediger an der Flüchtlingsgemeinde zu Frankfurt a. M., benutzte aber vor allem den Umgang mit Calvin zu gründlichen theolog. Studien; 1555 kehrte K. nach Schottland zurück, wandte sich aber 1556 wieder nach Genf. Hier arbeitete er an einer engl. Bibelübersetzung, genannt die Genfer Bibel, und schrieb den Trompetenstoß wider das monströse Regiment der Weibere», sowie die Kurze Ermahnung an Englando zur Annahme der Reformation. In Schottland schlossen 1557 die prot. Großen einen Bund, edie Kongregation Christis, um mit nißt, sind unter C aufzusuchen. allen Mitteln die Reformation durchzuführen. Die Regentin, die Königin-Mutter, Maria von Guise, hielt entschieden zur kath. Kirche. Somit war der Bürgerkrieg unvermeidlich geworden. Da kehrte K. 5. Mai 1559 nach Schottland zurück. Eine von ihm zu Perth gehaltene Predigt veranlaßte einen allgemeinen Sturm gegen kath. Bilder und Altäre. Obgleich ein Preis auf seinen Kopf gesetzt war, predigte er überall im Lande und richtete, soweit die Herrschaft der Barone reichte, evang. Gottesdienste ein. Zugleich unterhandelte er mit England um Hilfe. Als 1560 die Großen siegten, wurde der Katholizismus in Schottland verboten und überall die neue kirchliche Ordnung durchgeführt. K. wurde Prediger an St.⸗Giles in Edinburgh. Neue Kämpfe erhoben sich, als Maria Stuart 1561 den schott. Boden betrat, teils weil sie, entgegen den Landesgesetzen, für sich einen kath. Gottesdienst einrichtete, teils wegen des leichtfertigen, sittenlosen Lebens am Hofe. Als Maria mit Darnley 1566 nach Edinburgh kam, verließ K. die Stadt und kehrte erst zurück, als Maria nach Darnleys Ermordung gefangen gesetzt war. Der Bürgerkrieg, den die Partei der unglücklichen Königin 1571 erhob, vertrieb ihn nochmals aus seinem Amte. Als er nach Herstellung der Ruhe 1572 in Edinburgh anlangte, war er bereits kränklich und starb bald nachher 24. Nov. 1572. K.' Beredsamkeit war feurig und kühn, seine persönliche Erscheinung ehrfurchtgebietend; die Härte und Rauheit seines Wesens trug nicht wenig zur Befestigung seiner reformatorischen Schöpfungen bei. Nach seinem Tode erschien seine History of the reformationtof religion within the realm of Scotlandy. Der vierten Ausgabe derselben (Edinb. 1732) sind seine übrigen Werke beigefügt. Eine Ausgabe seiner „Worksp in sechs Bänden veranstaltete David Laing (Edinb. 1864). Vgl. M'Crie, XLLife of John K.v (neueste Aufl., besorgt von Andr. Crichton, Belfast 1874; deutsch im Auszuge von Planck, Gött. 1817); Brandes, in 4Leben und ausgewählte Schriften der Väter und Begründer der reform. Kirches (Bd. 10, Elberf. 1862); Lorimer, John K. and the church of Englando (Lond. 1875).

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 378Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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