FeedKoberstoin
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Koberstoin s. Koburger (Anton). „Koberstein (Karl Aug.), verdienter Litterarhistoriker, geb. 10. Jan. 1797 zu Rügenwalde in Pommern, besuchte die Kadettenanstalt zu Stolpe und das Friedrich-Wilhelms-Gymnasium in Verlin und widmete sich auf der dortigen Universität philol, und archäol. Studien. Im J. 1820 wurde er Adjunkt an der Landesschule zu Pforta, an der er 1824 zum Professor ernannt wurde und bis 1855 zum ersten Professor aufrückte. Kurze Zeit, nachdem er sich zur Ruhe gesetzt, starb er 8. März 1870. Sein Hauptwerk, der Grundriß der Geschichte der deutschen Nationallitteratur (Lpz. 1827), in der ersten Auflage nur als Leitfaden für den Gymnasialunterricht entworfen, ist seit der vierten Bearbeitung (3 Bde., Lpz. 1847—66; 5. Aufl., bearbeitet von Bartsch, 5 Bde., Lpz. 1872 — 74; 6. Aufl., bearbeitet von demselben, 1884 fg.) zu einem umfassenden Handbuch der Geschichte der deutschen Nationallitteratur angewachsen. Dasselbe charakterisiert in objektiver Haltung die litterarische Entwickelung des deutschen Volks nach allen Seiten hin und zeugt von Gründlichkeit und Gewissenhaftigkeit der Forschung. Außerdem sind noch hervor9.2 öner drei Schulprogramme alüber die Sprache es österr. Dichters Peter Suchenwirto (Naumb. 1828—42), die Laut⸗ und Flexionslehre der mittelhochdeutschen und der neuhochdeutschen Sprache⸗ (Halle 1862; 3. Aufl. 1873) und 4Vermischte Aufsätze zur Litteraturgeschichte und Ästhetiko (Lpz. 1858). Auch gab er «Heinr. von Kleists Briefe an seine Schwester Ulrikes (Berl. 1860) und den dritten Band von Löbells «Entwickelung der deutschen Poesiey (Braunschw. 1865) heraus.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 384Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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