FeedLebrun (Ponce Denis Ccouchard)
Literatur & SpracheBrockhaus 1882

Lebrun (Ponce Denis Ccouchard), gewöhnlich Lebrun-Pindare genannt, Frankreichs größter Lyriker aus der klassischen Schule, geb. zu Paris 10. Aug. 1729, wurde nach beendigten Studien Sekretär des Prinzen Conti, erhielt nach dessen Tod eine Pension und schmeichelte nun Ludwig XVI. Nach Ausbruch der Revolution widmete er dieser sein Talent. Er war der Dichter des Konvents, der ihm eine Wohnung im Louvre anwies, und mehrere seiner republikanischen Oden sind wirklich poetische Meisterstücke. Als Napoleon Konsul geworden, erhielt L. eine Pension von 6000 Frs. Er starb 2. Sept. 1807. Seine Oeuvres complèteso wurden von Ginguené (4 Bde., Par. 1811) herausgegeben. Sie enthalten Oden, die durch Kraft, Feuer. Gedankenstärke und Erhabenheit alles übertreffen. was die klassische Schule in Frankreich hervorgebracht hat; auch seine Elegien sind ausgezeichnet. Seine Epigramme sind beißend, sein nicht vollendetes Lehrgedicht La natures ist reich an schönen und poetischen Stellen; das Gedicht «Les veillées du Parnasses blieb ebenfalls unvollendet. „Lebrun (Theodor), Schauspieler und Theaterdirektor, geb. 14. Jan. 1828 zu Kornitten bei Königsberg, studierte erst in Berlin Medizin, ging aber 1848 in Thorn zur Bühne, spielte dann in verschiedenen Städten und übernahm 1865 die Leitung des rigaer Theaters, die er bis Mai 1868 führte. Seit letzterm Jahre ist L. Direktor des Wallner-Theaters in Berlin, das ihm eine neue Blüteperiode verdankt und auf dem er neben der bis dahin vorzugsweise gepflegten Posse auch das Lustspiel heimisch machte. Als Schauspieler genießt L. den auc eines vorzüglichen Bedememesletret der auch im klassischen Drama Bedeutendes leistet.

Brockhaus’ Conversations-Lexikon. Allgemeine deutsche Real-Encyklopädie13. Aufl., Leipzig: Brockhaus 1882–1887 · Bd. 10, S. 882Scan: Polnische Nationalbibliothek (Polona) · gemeinfrei

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