Kobell (Franz, Ritter von), bekannt als Mineralog und volkstümlicher Dichter, geb. 19. Juli 1803 zu München, 0 Franz von K.s (geb. 29. Dez. 1779, gest. 13.Okt. 1850 als bayr. Staatsrat) und Enke Ferdinand Kobells, besuchte das Gymnasium in München, studierte in Landshut und wurde 1823 als Adjunkt bei dem Konservatorium der mineralog. Sammlungen des Staats angestellt. Im J. 1826 wurde K. zum außerord., 1834 zum ord. Professor der Mineralogie an der Universität zu München, 1856 auch zum ersten Konservator der mineralog. Sammlungen des Staats ernannt. Unter seinen Werken sind hervorzuheben: «Charakteristik der Mineralien (2 Bde., Nürnb. 1830—31), (Tafeln zur Bestimmung der Mineralien⸗ (12. Aufl. Münch. 1884), die mehrfach übersetzt wurden; &Grundzüge der Mineralogies (Nürnb. 1838). Diesen schlossen sich an: „Die Mineralogie, leicht faßlich dargestellte (4. Aufl., Lpz. 1872), Die Mineralogied (Frankf. 1862), „Skizzen aus dem Mineralreich' (Münch. 1850), „Die Mineralnamen und die mineralog. Nomenklatur' (Münch. 1853) und „Die Galvanographiech Aufl. 1846). Für die „Geschichte der Wissenchaften in Deutschlande verfaßte er die «Geschichte der Mineralogie 1650—1860 (Münch. 1864). Das von ihm erfundene Stauroskop ist zu einem der wichtigsten Hilfsmittel bei der optischen Prüfung der Krystalle geworden; auch sonst verdankt die mineralog. Untersuchung ihm noch manche wertvolle Methoden. In den weitesten Kreisen machte sich K. durch eine Reihe poetischer Arbeiten bekannt, in denen er naiven Humor und kräftige Frische mit der innigen Zartheit des Volksliedes zu vereinigen wußte. Dahin gehören die „Gedichte in oberbayr. Mundarto (7. Aufl., Stuttg. 1875), „Der Hansl vo' Finsterwald. Der schwarzi Veitl. S'Kranzner-Reseip (2. Aufl., Stuttg. 1876), drei größere Gedichte in oberbayr. Mundart;«Schnadahüpfln und Sprüchlno (2. Aufl., Münch. 1852), &Schnadahüpfln und Gschichtlnöo (Münch. 1872), Gedichte in pfälz. Mundarty (6. Aufl., Stuttg. 1876), P'älzische G'schichtes (Münch. 1863). In hochdeutscher Sprache gab er (Hochdeutsche Gedichtes (Münch. 1852) und «Die Urzeit der Erdes (Münch. 1856), eine größere Dichtung, heraus. Sein «Wildanger. Skizzen aus dem Gebiete der Jagd und ihrer Geschichtes (Stuttg. 1859) hat bei den Jagdfreunden vielen Beifall gefunden. Er starb in München 11. Nov. 1882. Vgl. Luise von Kobell, Franz von K.» (Münch. 1884).